In mitteleuropäischen Ländern kann seit längerem ein gesellschaftlicher Prozess festgestellt werden, der es homosexuellen Menschen mehr und mehr erlaubt, ihre sexuelle Orientierung nicht verbergen zu müssen, sondern offen leben zu können. Weite Teile der Gesellschaft bleiben von dieser Entwicklung jedoch offenbar unberührt – Homophobie ist auch in Mitteleuropa immer noch ein großes Problem.
Ein Beispiel hierfür ist der Fußballsport, insbesondere da wo er von Männern ausgeübt wird. Sowohl Fankurve als auch Mannschafts-, Vereins- oder Verbandsgefüge stellen weiterhin ein Reservat obsoleter Männlichkeitsvorstellungen dar. Mit Männern assoziierte Stereotype wie Härte, Kampfgeist oder Durchsetzungsvermögen, die für den Fußballer als unabdingbar gelten, werden exklusiv dem heterosexuellen Spieler zugeschrieben. Schwulsein dient hierbei als Synonym für Schwäche. Das Resultat zeigt sich auf den Rängen, wo kollektiver Rausch und die Anonymität der Masse den Raum schaffen für Diskriminierung in unverhohlener und lautstarker Form. In den Vereinen hingegen prägt meist Tabuisierung das Bild, wenn auch hier nach wie vor mit Regelmäßigkeit homophobe Entgleisungen von Akteuren aller Ebenen zu vernehmen sind.
Diesem Zustand entgegenwirken möchte die Aktion Fußballfans gegen Homophobie. Die Abteilung Aktive Fans des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin schickt hierfür in Kooperation mit dem Projekt Soccer Sound des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg ein Banner auf die Reise zu Vereinen, in Fankurven und zu Fußballprojekten in ganz Deutschland.
Auftakt der Aktion waren die Respect Gaymes am 4. Juni in Berlin. Auf weiteren Stationen sollen nun Unterschriften von Fußballfans gesammelt werden, um dann bei der Rückkehr des Banners -pünktlich zu Beginn der FARE-Week im Oktober- ein Zeichen zu setzen:
Gegen Homophobie – im Fußball wie anderswo.