Fußballfans gegen Homophobie mit neuem Motiv

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Fußballfans gegen Homophobie präsentiert beim Champions League-Finale neues Banner

+++ Neben dem bekannten Kussmotiv zwei sich küssender Männern der Faninitiative „Fußballfans gegen Homophobie“ zeigt ein neues Banner nun auch zwei sich küssende Frauen +++

Berlin, den 13.05.2015
Die Kampagne Fußballfans gegen Homophobie präsentiert beim Finale der UEFA Women’s Champions League im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark am Donnerstag, 14. Mai 2015, in Berlin erstmals öffentlich ihr neues Banner. Während sich die Kampagne in der Vergangenheit vor allem auf den Männerfußball konzentrierte, zeigt sie nun verstärkte Präsenz im Frauenfußball. Neben den zwei sich küssenden Männern zeigt ein neues Banner auch zwei sich küssende Frauen.

Bereits im vergangenen Jahr organisierte „Fußballfans gegen Homophobie“ in Berlin eine Tagung zum Thema Frauen im Fußball und in den Fankurven. Das neue Banner ist nun der logische nächste Schritt Fußball in all seiner Vielfalt anzusprechen. „Wir freuen uns sehr, dass es mit dem neuen Banner endlich geklappt hat“, sagt auch Christian Rudolph, der Sprecher der Kampagne, „und einen besseren Rahmen als das Finale der Champions League kann es ja gar nicht geben.“

Der Berliner Frauenfußballverein DFC Kreuzberg begleitete als Partner diesen Schritt in den Frauenfußball. Als Teil der Frauenrechtsorganisation Discover Football stellt der DFC Kreuzberg nicht nur vier Frauen-Team in den Berliner Ligen, sondern tritt auch aktiv gegen Diskriminierung und für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Berliner Fußball ein. „Gerade im Frauenfußball gehen Homophobie und Sexismus oft fließend ineinander über“, so Pia Mann vom DFC. „Es ist daher gar nicht möglich, sich gegen das eine zu engagieren, ohne auch gegen das andere vorzugehen.“

Das zeigt sich auch in der Wahl des Motivs für das neue Banner. Bewusst wurde darauf verzichtet, Frauen in sexualisierter Pose darzustellen. Und auch People of Color sind zu sehen, schließlich ist auch Rassismus besonders jetzt vor dem Hintergrund der teils populistisch geführten Asyldebatte ein gesamtgesellschaftliches Problem, das seinen Niederschlag selbstverständlich auch im Fußball findet.

Wie wichtig das Engagement von Fußballfans gegen Homophobie und dem DFC Kreuzberg ist, zeigt nicht zuletzt der Rücktritt von Tanja Walther-Ahrens aus dem Präsidium des BFV in der vergangenen Woche. Gegenüber dem Sportausschuss des Deutschen Bundestags monierte die ehemalige Bundesligaspielerin am 6. Mai, der Fußball sei offenbar noch immer nicht bereit, „mehr zuzulassen als weiße, meist mittelalte, heterosexuelle Männer“.

Gerade weil die Unterstützung von oben, also von Seiten der Verbände und auch der UEFA, noch immer viel zu wünschen übrig lässt, sind Initiativen von unten im Kampf gegen Homophobie und Sexismus nach wie vor von entscheidender Bedeutung.