Archiv für Februar 2014

Bunte Kurve ein Überblick

Nach dem coming-out von The Hammer – Thomas Hitzlsperger haben wir als Fußballfans gegen Homophobie zusammen mit QFF zu bunten Fankurven zum ersten Heimspiel der Rückrunde als positive Reaktion auf das coming-out aufgerufen. Viele Fanszenen sind diesem Aufruf gefolgt, wir wollen hier einen kleinen Überblick geben. Hier findet ihr auch noch einmal den Aufruf.

Werder Bremen Teil 1
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Werder Bremen Teil 2
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München beim FC Bayern in der Fankurve Teil 1
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München Teil 2
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In Mainz in der Fankurve
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Beim FC Köln Teil 1, hier von der Ultragruppe Coloniacs
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Köln Teil 2, durchgeführt von Andersrum rut wiess
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Und auch im Rollstuhlbasketball in Osnabrück
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Beim FC St. Pauli away, in Bielefeld – klein aber fein, weil leider Doppelhalter usw. verboten waren
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Bunte Kurve auch in Düsseldorf
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Bunte Kurven beim Spiel SC Victoria Hamburg vs VfB Oldenburg v. 1897 e.V. Teil 1. (Oldenburg)
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Bunte Kurven beim Spiel SC Victoria Hamburg vs VfB Oldenburg v. 1897 e.V. Teil 2. (Victoria Hamburg – NordKaos)
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In Berlin bei Tennis Borussia Berlin
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Bei Altona 93
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Wiener Sportklub
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Roter Stern Leipzig Teil 1 photo 1901533_10152416093578054_1899466083_n_zps7012d949.jpg

Aus dem Stadion in den Kiez – Roter Stern Leipzig Teil 2
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FSV Preußen Bad Langensalza
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Göttingen 05
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Marienthal Unidet 08
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Hannover Sv Linden 07
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FC Ingolstadt
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FC Schalke 04 gegen Rassismus und Homophobie

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Homophobie ist nicht lustig

Menschenrecht: Schwuler Fussballer.

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Andreas Mösli, Geschäftsführer beim FC Winterthur schreibt im Kulturmagazins Coucou:

1. Februar 2014 um 15:50

Seit dem Bekenntnis des früheren deutschen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger (31) ist die Welt um ein Rätsel ärmer und eine Wahnsinnserkenntnis reicher: Es gibt schwule Spitzenfussballer!

Eigentlich ist es peinlich für eine Gesellschaft, die sich modern und fortschrittlich gibt, dass ein solches Thema überhaupt noch ein Thema ist. Aber weil es halt leider eines ist, ist die Aussage eines erfolgreichen und prominenten Vorbilds umso wichtiger.

„Es ist beschämend, dass Mut dazu gehört, unsmitzuteilen, was uns eigentlich nichts angeht“, kommentierte eine TV-Journalistin – und sie hat absolut recht. Die sexuelle Präferenz ist Privatsache. Homosexualität hat keinen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit oder den Charakter eines Menschen. Warum ist es bei diesem Thema für viele so schwierig, tolerant zu sein?

Die Feindlichkeit und Intoleranz gegenüber Homosexuellen ist nach wie vor (zu) weit verbreitet. Die Diskriminierung reicht von unüberlegten Sprüchen unter Kindern, die sie aus der Erwachsenenwelt aufgeschnappt haben, über dumme Stammtischsprüche oder Schmähgesänge im Fussballstadion bis zu gesetzlichen Benachteiligungen und offener Gewalt. 

Nicht nur homosexuelle Sportler halten sich zurück, auch Lehrer beispielsweise hüten sich vor dem Comingout. Zutief sitzen die Vorurteile in der Gesellschaft: Homosexuell = schwach, homosexuell = pädophil. Für gewisse religiöse und konservative Kreise ist Homosexualität immer noch eine üble Krankheit, die bekämpft werden muss.

Hitzlsperger ist ein intelligenter Mensch. Er suchte mit seinem Comingout nicht nur die persönliche Erleichterung, der Zeitpunkt für seine Aussage war kein Zufall: «Die Olympischen Spiele von Sotschi stehen bevor, und ich denke, es braucht kritische Stimmen gegen die Kampagnen mehrerer Regierungen gegen Homosexuelle», sagte der 31-jährige im Interview und meinte damit den diskriminierenden Umgang mit Homosexuellen in Russland, wo im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden (und 2018 die Fussball-WM).

Vielleicht zielte Hitzlsperger als Fussballer auch noch auf Katar, wo die WM 2022 stattfindet. Im kleinen reichen Erdöl-Emirat ist Homosexualität verboten und wird mit Gefängnis und Peitschenhieben bestraft. Unabhängig davon plant Katar mit den andern Golfstaaten einen medizinisch abstrusen Homosexuellentest für Ausländer, die sich um eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Die FIFA verurteilt die verbreitete Homophobie genauso wenig wie die übrigen Menschenrechtsverletzungen. Sepp Blatters Aussage, homosexuelle WM-Touristen sollen doch in Katar auf jegliche sexuelle Handlungen verzichten, zeigt vor allem eines: Es braucht noch viele Hitzlspergers.

Andreas Mösli

Der Text ist in der Februar-Nummer des Kulturmagazins Coucou erschienen.Unterstützt Coucou, löst ein Abo! -> www.coucoumagazin.ch

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