Hans Sarpei im Gespräch mit Jan Tölva

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Im letzten Jahr führte Jan Tölva ein Interview für Fußballfans gegen Homophobie mit Hans Sarpei, das gesamte Interview könnt ihr hier lesen:

Jan: Hallo Hans Sarpei, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir haben uns sehr gefreut, als wir vor ein paar Wochen deinen Kommentar auf deinem Blog bei Eurosport zu Oliver Kahns Rat an schwule Fußballer, sich nicht zu outen, gelesen haben. Was hat dich bewogen zu Kahns Worten Stellung zu beziehen?

Hans: Hallo Herr Tölva. Ich bin einfach nur anderer Meinung, natürlich sollte jeder zu dem stehen was ihn als Mensch ausmacht und wer damit ein Problem hat sollte sich was schämen. Selbstverständlich wird die Realität so sein, dass die Menschen wenig Toleranz zeigen werden.

Jan: Noch vor wenigen Jahren war auch Rassismus noch sehr weit verbreitet in den Fankurven und im Fußball generell. Hier scheint so etwas wie ein Umdenken stattgefunden zu haben. Beim Thema Homophobie scheint der Fußball dagegen noch hinterherzuhinken. Hast du eine Erklärung dafür?

Hans: Beim Thema Rassismus gibt es im Gegensatz zu früher, eine positive Entwicklung aber es muss noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, um in allen Köpfen ein Umdenken statt finden zu lassen. Beim Thema Homophobie denke ich, hat es viel damit zu tun, das erstens noch keiner den Anfang gemacht hat sich in der Bundesliga zu Outen und zweitens hat es vielleicht auch damit zutun, dass die Gesellschaft wenig Toleranz zeigt.

Jan: Du schreibst, du hast beim Thema Rassismus diesen positiven Wandel persönlich mitbekommen. Hast du als Spieler auch zaghafte Ansätze für einen positiven Wandel beim Thema Homophobie miterleben können?

Hans: Ich habe lediglich gesagt das es eine positive Entwicklung gibt und mehr Toleranz zu erkennen ist aber das wie gesagt noch viel Arbeit vor uns liegt. Bei Homophobie muss ich ehrlich sagen – leider nein. Aber das liegt vielleicht daran, dass es in der Bundesliga keine homosexuellen Spieler gibt…

Jan: Du, aber auch andere Fußballer wie etwa Ralph Gunesch, Benedikt Pliquett oder Kevin-Prince Boateng haben sich in letzter Zeit aktiv gegen verschiedene Formen von Diskriminierung positioniert. Das passt so gar nicht zum weit verbreiteten Klischee vom Profikicker, der sich nur für schnelle Autos und seine Playstation interessiert. Unterschätzen wir die Fußballprofis vielleicht ein wenig?

Hans: Was heisst unterschätzen, ich finde es wichtig sich für mehr Toleranz und Wertschätzung der Mitmenschen stark zu machen. Ich bin mir sicher das viele Fußballprofis genau so denken.

Jan: Du hast auch geschrieben, dass du schwer nachvollziehen kannst, wieso im Jahr 2013 es immer noch ein Problem sein sollte, wenn ein schwuler Profi sich outet. Das sehen wir natürlich ähnlich, aber hast du als ehemaliger Profi vielleicht ein paar Tipps, wie wir als Fans etwas daran ändern können und dafür sorgen können, dass es in naher Zukunft wirklich kein Problem mehr ist?

Hans: Wir sollten alle gemeinsam mehr Aufklärung betreiben und uns für alle diskriminierten Menschen stark machen und das nicht nur im Stadion sondern auch auf und in allen zur Verfügung stehenden Medien.

Jan: Vielen Dank für das Interview und dafür, dass du dich immer wieder einmischst und sagst, was du denkst!