Archiv für Januar 2014

Hans Sarpei im Gespräch mit Jan Tölva

 photo Klein-Vorderseite-LOW_zps1bff119f.jpg

Im letzten Jahr führte Jan Tölva ein Interview für Fußballfans gegen Homophobie mit Hans Sarpei, das gesamte Interview könnt ihr hier lesen:

Jan: Hallo Hans Sarpei, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir haben uns sehr gefreut, als wir vor ein paar Wochen deinen Kommentar auf deinem Blog bei Eurosport zu Oliver Kahns Rat an schwule Fußballer, sich nicht zu outen, gelesen haben. Was hat dich bewogen zu Kahns Worten Stellung zu beziehen?

Hans: Hallo Herr Tölva. Ich bin einfach nur anderer Meinung, natürlich sollte jeder zu dem stehen was ihn als Mensch ausmacht und wer damit ein Problem hat sollte sich was schämen. Selbstverständlich wird die Realität so sein, dass die Menschen wenig Toleranz zeigen werden.

Jan: Noch vor wenigen Jahren war auch Rassismus noch sehr weit verbreitet in den Fankurven und im Fußball generell. Hier scheint so etwas wie ein Umdenken stattgefunden zu haben. Beim Thema Homophobie scheint der Fußball dagegen noch hinterherzuhinken. Hast du eine Erklärung dafür?

Hans: Beim Thema Rassismus gibt es im Gegensatz zu früher, eine positive Entwicklung aber es muss noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, um in allen Köpfen ein Umdenken statt finden zu lassen. Beim Thema Homophobie denke ich, hat es viel damit zu tun, das erstens noch keiner den Anfang gemacht hat sich in der Bundesliga zu Outen und zweitens hat es vielleicht auch damit zutun, dass die Gesellschaft wenig Toleranz zeigt.

Jan: Du schreibst, du hast beim Thema Rassismus diesen positiven Wandel persönlich mitbekommen. Hast du als Spieler auch zaghafte Ansätze für einen positiven Wandel beim Thema Homophobie miterleben können?

Hans: Ich habe lediglich gesagt das es eine positive Entwicklung gibt und mehr Toleranz zu erkennen ist aber das wie gesagt noch viel Arbeit vor uns liegt. Bei Homophobie muss ich ehrlich sagen – leider nein. Aber das liegt vielleicht daran, dass es in der Bundesliga keine homosexuellen Spieler gibt…

Jan: Du, aber auch andere Fußballer wie etwa Ralph Gunesch, Benedikt Pliquett oder Kevin-Prince Boateng haben sich in letzter Zeit aktiv gegen verschiedene Formen von Diskriminierung positioniert. Das passt so gar nicht zum weit verbreiteten Klischee vom Profikicker, der sich nur für schnelle Autos und seine Playstation interessiert. Unterschätzen wir die Fußballprofis vielleicht ein wenig?

Hans: Was heisst unterschätzen, ich finde es wichtig sich für mehr Toleranz und Wertschätzung der Mitmenschen stark zu machen. Ich bin mir sicher das viele Fußballprofis genau so denken.

Jan: Du hast auch geschrieben, dass du schwer nachvollziehen kannst, wieso im Jahr 2013 es immer noch ein Problem sein sollte, wenn ein schwuler Profi sich outet. Das sehen wir natürlich ähnlich, aber hast du als ehemaliger Profi vielleicht ein paar Tipps, wie wir als Fans etwas daran ändern können und dafür sorgen können, dass es in naher Zukunft wirklich kein Problem mehr ist?

Hans: Wir sollten alle gemeinsam mehr Aufklärung betreiben und uns für alle diskriminierten Menschen stark machen und das nicht nur im Stadion sondern auch auf und in allen zur Verfügung stehenden Medien.

Jan: Vielen Dank für das Interview und dafür, dass du dich immer wieder einmischst und sagst, was du denkst!

Werder Bremen Magazin

Fußballfans gegen Homophobie im Magazin von Werder Bremen:

 photo WerderFront-001_zpsbd48b21e.jpg

 photo page0063-1-001_zps1fbde69a.jpg

Statisten gesucht!

Für einen Social-Spot, der sich auf humorvolle und auch etwas freche Art gegen Homophobie im Stadion richtet, werden dringend Statisten gesucht die am Samstag, den 01.02.2014 von 09:30 Uhr bis 15:00 Uhr Zeit haben. Gedreht wird im Olympiastadion Berlin. Bei Interesse schreibt eine kurze Mail an maxbecht@hotmail.de

 photo 1653765_622412124492391_882328568_n_zps84b214bd.jpg

Was nicht tolerant ist, wird tolerant gemacht

Leitfaden für Vereine

 photo Leitfaden_zps37a726cf.jpg

Leitfaden für Fußballvereine im Umgang mit Homophobie
Berliner Fußball-Verband und Lesben- und Schwulenverband setzen Kooperationsvereinbarung weiter um

Ab sofort kann beim Berliner Fußball-Verband (BFV) und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) der Leitfaden „Rote Karte für Homophobie“ kostenfrei bezogen werden. Mit der für Berliner Fußballvereine entwickelten Broschüre sollen Vereinsvertreterinnen und Vertreter für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden. Der Leitfaden ist Teil des LSVD-Projektes Soccer Sound, welches im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert wird.

Im Grußwort des Leitfadens für Vereine erklärt BFV-Präsident Bernd Schultz: „Homophobie ist im Fußball keine Randerscheinung, die man übergehen kann, sondern von der Bundesliga bis in die Kreisklasse eine ernstzunehmende Tatsache. Mit Aufklärungsarbeit und einer Null-Toleranz-Politik können alle im Fußball dabei helfen, ein Miteinander zu schaffen, das keinen aufgrund seiner sexuellen Identität ausschließt.“ Und Gerd Liesegang, Vizepräsident des BFV und Vorsitzender des Ausschusses für Fair Play, fordert die Vereinsvertreterinnen und Vertreter auf: „Zeigt Homophobie die Rote Karte und macht deutlich, dass in den Vereinen kein Platz für Beleidigungen von Lesben und Schwulen ist.“

Grundlage der Zusammenarbeit zwischen BFV und LSVD ist eine im Januar 2011 geschlossene Kooperationsvereinbarung, die seitdem aktiv gelebt wird. Zeitgleich zum Abschluss der Kooperationsvereinbarung hat der Berliner Fußball-Verband unter anderem das so genannte „Anonyme Postfach“ ins Leben gerufen, um verstärkt auch Beratung zum Thema sexuelle Identität und Coming-out zu leisten. Der Leitfaden zum Download unter: http://berlin.lsvd.de/wp-content/uploads/2014/01/Leitfaden_fuer_Vereine.pdf

The Hammer

Thomas Hitzlsperger, langjähriger Fußballprofi im In- und Ausland sowie ehemaliger deutscher Nationalspieler, spricht öffentlich über seine Homosexualität.

FfgH Hallenmaster 2014

 photo 996086_608988979168039_727205326_n_zpsb5cfc1c4.jpg

Vom 03.01. – 05.01.2014 fand der erste Hallemaster von „Fußballfans gegen Homophobie“ in Bremen statt. Hier erste berichte und Impresionen vom Turnier.

Bericht von Roter Stern Kickers Ahrensburg:

Am letz­ten Wo­chen­en­de reis­te eine De­le­ga­ti­on des RSK zum Fuß­ball­fans gegen Ho­mo­pho­bie Hal­len­mas­ters nach Bre­men. Lei­der lie­ßen es an­der­wei­ti­ge so­zia­le Ver­pflich­tun­gen nicht zu, dass wir schon zu Be­ginn der Ver­an­stal­tung am Frei­tag­abend vor Ort sein konn­ten, son­dern erst am Sams­tag­mor­gen an­reis­ten.
Treff­punkt 8.​00h am Bahn­hof Al­to­na für zu­min­dest drei der im­mer­hin vier Autos.
Nach­dem Mar­ti­nio, Donki und Mar­kus of­fen­sicht­lich erst­mal jeden Aus­gang des Bahn­hofs aus­spä­hen muss­ten, im­mer­hin be­fan­den wir uns mit­ten im neuen Nah­er­ho­lungs­ge­biet für un­ter­for­der­te Po­li­zei­be­am­te, kurz Ge­fah­ren­ge­biet, tauch­ten sie gegen 8:30h vor dem rich­ti­gen Aus­gang auf. Aber gut so, man muss wis­sen wo der Feind lau­ert. La­ge­be­richt: keine Ge­fahr, freie Fahrt zur A7.
Da die Ver­an­stal­ter mit einem pünkt­li­chen Tur­nier­be­ginn um 10h droh­ten, über­nahm Oli die Füh­rungs­po­si­ti­on und be­am­te uns in 45 Mi­nu­ten nach HB. Pas­sen­der­wei­se tra­fen wir mit Lars auch noch Auto Nr. 4 an der letz­ten Ampel vor der Halle. Einem ge­schlos­se­nen Ein­ritt stand also nichts mehr im Wege.
Vor Ort an­ge­kom­men wur­den wir von Tür­kiy­em­spor auf den ak­tu­el­len Stand ge­bracht. Über­ra­schen­der­wei­se wur­den am Abend zuvor immer zwei Teams zu­sam­men­ge­lost. Uns war das Los­glück hold, wie wir im Laufe des Tur­niers fest­stel­len soll­ten. Mit Ultrá Sankt Pauli hat­ten wir so­wohl auf, als auch neben dem Platz wirk­lich coole Part­ner in Crime.
Jetzt erst­mal an­mel­den und die Halle che­cken. Un­se­ren mit­ge­brach­ten Preis konn­ten wir di­rekt an der Tür bei Chris­ti­an, von der Tur­nier­lei­tung ab­lie­fern. Die Suche nach Um­klei­de­ka­bi­nen und der Halle ge­stal­te­te sich aben­teu­er­li­cher. Wie wir wuss­ten, muss­te das Tur­nier noch sehr kurz­fris­tig die Halle wech­seln, was dazu führ­te, dass wir uns in einer sehr über­schau­ba­ren Grund­schul­sport­hal­le wie­der­fan­den. Und diese war schon jetzt, ob­wohl nicht alle Teams da waren, sehr gut ge­füllt… weiter hier

 photo 1002033_241444662699073_420779872_n_zps5965c38c.jpg

Bericht von Türkiyemspor Berlin:

Wieder zurück in Berlin, nach einem wunderbaren Wochenende in Bremen. Zwar konnten wir (Spieler_innen der 3. Herren und der Türkiyem-Frauen) sportlich gemeinsam mit dem Commando Donnerschwee 01 mit einem Punkt nur mäßig überzeugen, dennoch waren die Spiele meist spannend, fair und vorallem in sehr entspannter Atmosphäre ohne Schiedsrichter und unnötigen Leistungsdruck – schließlich ging es für die meisten nicht um den unbedingten Turniersieg, sondern um einen lockeren Kick in angenehmer Atmosphäre. Nichts desto trotz verdienten sich die Roter Stern Kickers 05 gemeinsam mit den Ultras St. Pauli ungeschlagen den ersten Platz – Glückwunsch dazu!
Vielen Dank an die Teilnehmer_innen und vorallem die Organisator_innen (für Turnier, Film, Übernachtung, Verpflegung, Stadionführung im Weserstadion, usw. usf.) für das tolle Wochenende. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, spätestens zum Fußballfans gegen Homophobie Hallenmasters 2015, manche definitiv schon in zwei Wochen beim Anneliese-Oelte-Pokal der Roter Stern Kickers in Ahrensburg!

 photo WP_001826_zps227a9435.jpg

Vielen DANK an Bremen für die Organisation des 1. Hallenmasters von FfgH und an alle wie ihr da wart. Das war ein spitzen Auftakt mit einem klasse Teilnahmefeld, in sehr netter Atmosphäre. Uns hat es in jedem Fall mega viele Spaß gemacht. Ganz besondere Grüße gehen noch mal an unsere Freunde_innen von den White Angels aus Zagreb. Wir hoffen euch hat es auch gefallen und wir sehen uns alle beim nächsten Hallenmaster 2015, wir nehmen auch jetzt schon gerne Bewerbungen für den nächsten Austragungsort entegegen.

Bunte Fankurven zum Ligastart nach der Winterpause

http://i1239.photobucket.com/albums/ff518/fussballfansgegenhomophobie/12354_613603622000300_19900703_n_zpsa7fd7277.jpg

+++ „Fußballfans gegen Homophobie“ und „Queer Football Fanclubs“ rufen zu bunten Fankurven zum Ligastart als positives Zeichen zum Coming – Out von Thomas Hitzlsperger auf +++

Berlin, den 09.01.2014

Fußballfans gegen Homophobie (FfgH) und Queer Football Fanclubs (QFF) begrüßen das Coming-Out des ehemaligen DFB-Auswahlspielers Thomas Hitzlsperger und hoffen, dass die Debatte, die er sich wünscht, nun tatsächlich ins Rollen kommt.

Das Coming – Out von Thomas Hitzlsperger dürfte endlich auch den Letzten klarmachen, dass es tatsächlich schwule Fußballprofis gibt. Es war ein mutiger Schritt, vor dem ich meinen Hut ziehe, und es hat einen hohen symbolischen Wert. Der Kampf um die Anerkennung und Wertschätzung von Schwulen und Lesben findet jedoch vor allem im Alltag statt. Als Kampagne von Fußballfans, die sich in erster Linie an andere Fußballfans richtet, wünscht sich FfgH, dass die Fans in den Stadien das positive Signal aufnehmen und zum jeweiligen ersten Spieltag ihrer Vereine nach der Winterpause ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass Homophobie und Schwulenhass im Fußball keinen Platz haben. Was wir uns wünschen, sind pinke Kurven und Regenbogenfahnen um auch zu zeigen, dass Fans bei dem Thema wesentlich weiter sind, so Christian Rudolph, Sprecher von „Fußballfans gegen Homophobie“.

Nicht vergessen werden darf, dass die Homophobie, die wir im Fußball antreffen, nur eine Folge der Homophobie ist, die wir in der Gesamtgesellschaft vorfinden. Es ist unrealistisch, zu erwarten, dass der Fußball dieses Problem alleine und quasi stellvertretend für die Gesamtgesellschaft löst. Dennoch hat es in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl von Kampagnen und das Engagement unzähliger Menschen spürbare Fortschritte gegeben. Solange die Homosexualität eines Fußballers ein Thema für die Medien ist und nichts, was ganz selbstverständlich zum Fußball dazugehört, sind wir allerdings noch lange nicht am Ziel, meint Dirk Brüllau, Pressesprecher von Queer Football Fanclubs


Fußballfans gegen Homophobie (FfgH)
ist eine seit 2011 laufende Kampagne, die ihren Ursprung in der Fanszene von Tennis Borussia Berlin hat und im Rahmen derer bereits Aktionen in über 60 Stationen in neun Ländern stattfanden. Seit April 2013 ist FfgH zudem ein eingetragener Verein. Werde für 12€ im Jahr Mitglied, Anträge zum Download hier: Mitgliedsantrag

Queer Football Fanclubs (QFF) ist ein Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußball Fanklubs, die zur Fußball Weltmeisterschaft 2006 von den schwul-lesbischen Fanklubs aus Berlin, Stuttgart und Dortmund gegründet wurde. Zurzeit setzt sich QFF aus 22 deutschen, 3 schweizer und einem niederländischen Fußball Fanklubs zusammen. In ihnen sind ca. 1.000 Mitglieder vertreten.