Archiv für August 2013

Düsseldorfer Fans rufen zum Verzicht homophober Gesänge beim Derby in Köln auf!

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Hier der gesamte Aufruf der DISSIDENTI ULTRAS

Der Abstieg steckt noch in den Kno­chen, da hält der Zweitliga-Spielplan bereits den ers­ten Höhe­punkt parat: das Spiel in Köln. 15 Jahre ist das letzte rhei­ni­sche Derby dort her. Einige von uns haben es also gar nicht mit­er­lebt. Was es bedeu­tet, ist trotz­dem klar. Die­ses Spiel ist nicht eins von vie­len. Aus unse­rer Ableh­nung gegen­über dem Zie­gen­bock und des­sen Fans machen wir kei­nen Hehl! Aller­dings soll­ten alle diese Ableh­nung mit­füh­len dür­fen! In unser Kurve sollte und muss Platz für alle Men­schen unab­hän­gig von Sexua­li­tät, Haut­farbe und sozia­ler Zuge­hö­rig­keit sein. Wir wol­len, dass sich alle in unse­rer Kurve wohl­füh­len, alle unsere Gesänge mit­sin­gen kön­nen und dass das Derby ein­zig­ar­tig bleibt. Des­we­gen rufen wir dazu auf: Ver­zich­tet, so wie wir, auf die lei­der fast tra­di­tio­nel­len homo­pho­ben und her­ab­wür­di­gen­den Gesänge von der „Haupt­stadt der Schwu­len“ und “Ja ihr seid schwule Köl­ner,…”! Sie schmä­hen nicht die Stadt, die Fans oder den Ver­ein der dümm­li­chen Ziege, sie rich­ten sich aus­schließ­lich gegen Schwule. Dafür ist in unse­rer Kurve und bei For­tuna kein Platz. Unser obers­tes Ziel ist der Sup­port der Flin­ge­ra­ner, um die­ses lang­er­sehnte Derby in der Stadt der gro­ßen Kir­che für uns zu entscheiden!

Alles für For­tuna – For­tuna für alle!

Wir unter­stüt­zen die­sen Auf­ruf:

F95.Antirazzista
Sup­por­ters Club Düs­sel­dorf e. V.
Fan­be­treu­ung Düsseldorf
Fan­pro­jekt Düsseldorf
WarmUp95
StuhGä
Kopf­ball Düsseldorf
Hypers 2001
Lost Boyz Flingern
Soul City
Unterste Schub­lade
Ewige Freunde
For­tuna Metalheads
Revolte Rot-Weiss
Dis­si­denti Ultra

Über´m Millerntor weht die Regenbogenflagge

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Berliner Erklärung

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DFB und Bundesstiftung Magnus Hirschfeld nehmen Vereine und Verbände in die Pflicht
Ein Beitrag von QFF (Dirk Brüllau)

Der Druck auf Fußballvereine und -verbände, ein belastbares Konzept für die Akzeptanz gegenüber Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung vorzuweisen, wächst. Fast zeitgleich treten zwei mediale Schwergewichte an die Vereine heran: die Infobroschüre „Fußball und Homosexualität“ des DFB und die Kampagne „Fußball für Vielfalt“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

So ähnlich die Ausrichtung ist, so unterschiedlich ist die Herangehensweise. Die Stiftung MH fokussiert den Bildungsauftrag und will zusammen mit der Uni Vechta Modelprojekte auf den Weg bringen. Gemeinsam sollen Lernmodule erarbeitet werden, die Vereinen und Verbänden zur Verfügung gestellt werden sollen.

Der DFB hat unter Leitung von Professor Pilz mit Fachleuten (u. a. wurden einige Verbesserungsvorschläge von QFF berücksichtigt) ein Arbeitspapier entwickelt, das für Vereine als Erste-Hilfe-Handbuch taugt, wenn sich einer ihrer Spieler outen will.

Beide müssen sich allerdings beweisen. Die Stiftung muss man zudem fragen, weshalb bei den Unterzeichnern der „Berliner Erklärung“ keine Fan- Organisationen dabei sind. Wurden sie vergessen? Queer Football Fanclubs und Fußballfans gegen Homophobie waren zumindest zur Präsentation eingeladen.

Die Vereine muss man fragen, weshalb von allen 38 angeschriebenen Profi- Clubs lediglich 6 bereit waren, diese Erklärung zu zeichnen.

Der DFB muss beweisen, dass er nicht nur den Ball den Vereinen zuspielt, sondern verstärkt im Dialog mit den Fan- Organisationen an einer bunten und toleranten Kurve arbeiten will.

Und wo sind eigentlich die Vermarkter der Profi- Ligen, die DFL? Sie besitzt im Fußball das, was man in der Politik Richtlinienkompetenz nennt. Bei der DFB- Broschüre ist ihr Fehlen nachvollziehbar, bei der „Berliner Erklärung ein Fehler.

Während Parteien, Mode- und Tourismusindustrie offiziell um schwul- lesbische Kunden werben, manifestiert die DFL das Bild der tumben Männerrunde, die sich beim Fußballschauen zotige Witze erzählt. Fußball und Homosexualität- darum sollen sich andere kümmern

Diese beiden ambitionierten Aktionen machen nicht alle glücklich. Die „Berliner Erklärung“ leider noch weniger als das sehr zurück genommene Info-Papier des DFB. Es wurde von der Bundesstiftung viel über Fans gesprochen, aber nicht oder zu wenig mit ihnen. So wird auch die Wahl des Medienpartners SportBILD in der aktiven Fanszene kritisch gesehen; sie fürchtet die an der Auflage orientierte, undifferenzierte Berichterstattung.

QFF begleitet beide Projekte aufmerksam und kritisch, ist aber immer zur Unterstützung bereit.

DFB veröffentlicht Broschüre „Fußball und Homosexualität“

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Der DFB hat am 16.07.2013 eine Broschüre zum Thema „Fußball und Homosexualität“ veröffentlicht. Auf 28 Seiten liefert die Broschüre zahlreiche Informationen, Begriffserklärungen und Kontaktadressen rund um das Thema Homosexualität und Homophobie im Fußball. Zum Download der Broschüre geht es hier: http://www.dfb.de/uploads/media/Informationsbroschuere_Fussball_und_Homosexualitaet_01.pdf