3. Netzwerktreffen Fußballfans gegen Homophobie – Frauen im Fußball, zwischen Sexismus und Selbstermächtigung

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3. Netzwerktreffen Fußballfans gegen Homophobie – Frauen im Fußball, zwischen Sexismus und Selbstermächtigung

Samstag, 18. Oktober11:00 – 16:30
Ver.di | Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Anlässlich des dreijährigen Bestehens von „Fußballfans gegen Homophobie“ lädt die Initiative nach Berlin zum dritten Netzwerktreffen ein. Neben Workshops gibt Almut Sülzle ein Input zum Thema „Sexismus in der Fußballfankultur“.

In den drei Workshops ist ein möglichst breiter Dialog auf allen Ebenen, mit Fans, LGBT-Gruppen, Verbänden, Organisationen, Vereinsverantwortlichen, Trainer, Trainerinnen, Spieler und Spielerinnen gewünscht. Ziel ist es gemeinsame Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Workshop 1: Kick sexism out! – „Selbstermächtigungs- und Organisierungsstrategien weiblicher und queerer Fußballfans“

Sexistische Sprüche, Spruchbänder oder Aufkleber sind im Fußball- und Ultrakontext mal mehr mal weniger präsent, dabei wird Sexismus scheinbar gerne zur Diffamierung anderer eingesetzt . Welche Strategien sich unter Anderem von weiblichen und queeren Fans dagegen gebildet haben, wieviel das gebracht und verändert haben mag und welche Möglichkeiten es gibt, mit einem unangenehmen Klima im Stadion umzugehen, soll in diesem Workshop erarbeitet werden.“

Workshop 2: Frauen im Fußballverein: Alles lesbisch oder was? – Warum ist Fatimire Alushi (Bajramaj) ein Sonderfall im Frauenfußball?

Homophobie und Frauenfußball sind keine Begriffe, die sofort in Verbindung gebracht werden. Zum einen, weil Frauenfußball der Präsenz von Männerfußball in allem nachsteht und zum anderen, weil davon ausgegangen wird, dass lesbisch sein ein Grundkonsens im Frauenfußball darstellt. Dieser Workshop geht der Homophobie im Frauenfußball genauer auf den Grund und analysiert die Strukturen, auf denen Vorurteile basieren.

Workshop 3: Wie können wir, Frauen* und Männer*, uns gegenseitig im Fußball unterstützen? Insbesondere: Wie können Männer Frauen supporten – auf dem Feld und in der Kurve.

Welche Erfahrungen gibt es in den verschiedenen Stadien? Wie unterstützen Männer Frauen im Kampf gegen Sexismus/Homophobie? (Konkrete Situationen erlebt/grundsätzliches Klima)
Welche Strategien und Denkansätze gibt es bereits (Wissenschaftlich? Praktisch?) – wie ließen sie sich auf andere Kurven und Fußball-Zusammenhänge übertragen?

Ablauf:
11 Uhr – Begrüßung und Input von Almut Sülzle „Sexismus in der Fußballfankultur“
12 Uhr – Workshopphase
13:30 Uhr – Kaffeepause
15:00 Uhr Abschlußrunde, Vorstellung der Workshops und neues zu Fußballfans gegen Homophobie

Anmeldung erwünscht unter: info@fussballfansgegenhomophobie.de
Die Veranstaltung ist kostenfrei, für Getränke und kleine Snacks ist gesorgt.

Party
18.10.2014 | 21 Uhr
Rauschgold
Mehringdamm 62 | 10961 Berlin

Musik aus der Konserve: Herrin de Luxe
http://www.rauschgold-berlin.de/

Unterstützt von: FARE network, Football Supporters Europe F_in Frauen im Fußball, Berliner Fußball-Verband e. V., DISCOVER FOOTBALL, Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ( LSVD ), ver.di

Stuttgart-Fans am Wochenende in Berlin

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(Quelle:

Rote Karte für Homophobie – Das Streetsoccer Turnier im Yaam

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Rote Karte für Homophobie – Das Streetsoccer Turnier im Yaam am 11.10.2014 ab 11 Uhr. Meldet euer Team jetzt unter soccer@lsvd.de an.

Save the Dates!

18.10.2014 in Berlin: 3. Netzwerktreffen Fußballfans gegen Homophobie – Frauen im Fußball, zwischen Sexismus und und Selbstermächtigung

03.01.2015 in Leipzig: 2. Fußballfans gegen Homophobie Hallenmaster

Info’s und Anmeldung unter: info@fussballfansgegenhomophobie.de

Regenbogenfahne im Stadion der Freiheit

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Schöne Aktion! FC Energie Cottbus unterstützte damit die Aktivitäten des CSD Cottbus i.G. rund um den 6. Christopher Street Day.

Der Tag wird kommen!

11. bis 14. Schwul-lesbische Fußball-EM in Hamburg

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Mehr Infos unter:

Thomas Hitzelsperger | Super Typ, schickes Shirt!

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Jan Tölva für FfgH mit Marcus Wiebusch im Gespräch

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Seit über zwanzig Jahren schon macht Marcus Wiebusch jetzt Musik und das auch durchaus mit großem Erfolg. Mit seiner Band „…But Alive“ wurde er in der zweiten Hälfte der Neunziger zum gefühlten Sprachrohr der autonomen Linken und nahm Lieder gegen so ziemlich jeden Missstand auf, den es so gab. Spätestens am Ende der Ära „…But Alive“ schlich sich aber auch Fußball immer öfter in die Texte und Inhalte der Band ein. Auf ihrer letzten LP widmete Wiebusch zum Beispiel einen Song dem „kleinen, blonden Flügelflitzer“ Kalle Del‘Heye und dessen Weg vom Bökelberg zum großen FC Bayern. Auch auf einer Kompilation des St. Pauli-Fanzines „Der Übersteiger“ war die Band vertreten und zwar mit Sven Brux als Gastsänger, der ehemals beim Fanladen St. Pauli und heute beim Verein für die Sicherheit zuständig ist. Ihr gemeinsamer Auftritt bei einem Konzert in der Fabrik in Hamburg-Altona gehört eigentlich in jede Vereinschronik. Überhaupt. St. Pauli. Auch mit seiner nächsten Band Kettcar blieb Wiebusch dem Verein treu und stand sogar bei dem Festival zum hundertjährigen Jubiläum des Vereins auf der Bühne. Ganz nebenbei schrieb er mit „Landungsbrücken raus“ eine der wohl schönsten Hymnen auf den Stadtteil, die es bis jetzt an das Licht der Öffentlichkeit geschafft haben. Jetzt, wo Kettcar mal Sendepause hat, ist er – wie auch früher schon hin und wieder – solo unterwegs und hat mit „Konfetti“ eine ebenso interessante wie vielseitige Platte vorgelegt. Er hat bereits vorab via YouTube den Song „Der Tag wird kommen“ veröffentlicht, der von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Coming Outs eines schwulen Fußballprofis handelt. Geschrieben wurde der Song schon Monate, bevor die ganze Geschichte durch Thomas Hitzlsperger und sein Coming Out eine neue Wendung bekam. Passen tut er noch immer.

Jan: Du scheinst ja eine langjährige und tiefgehende Verbindung zum Verein FC St. Pauli zu haben. Erzähl mal. Wie kam das?

Da muss ich, glaube ich, noch ein wenig weiter ausholen und erst einmal erzählen, wie ich überhaupt zum Fußball gekommen bin. Ich bin in Niedersachen aufgewachsen und damals in den Siebzigern gab es dort zumindest in meiner Wahrnehmung nur zwei Vereine – Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Braunschweig und so weiter gab es für mich gar nicht. Ich habe mich dann halt für Gladbach entschieden, weil ich schon immer für die Außenseiter war. Mit elf Jahren bin ich dann nach Hamburg gezogen und die Jungs im Verein – ich habe schon immer auch selbst Fußball gespielt – meinten dann halt, ich solle mal mitkommen zum HSV. Das habe ich dann Anfang der Achtziger mal ausprobiert und davon handelt dann auch die eine Stelle in meinem aktuellen Song, in der es um die „Affenlaute“ und das Werfen mit Bananen geht. Das ist autobiographisch. Ich habe das wirklich erlebt. Ich stand da mit meinen 12, 13 Jahren in Block E beim HSV und um mich herum machten die Menschen diese Laute. Ich habe mich damals so was von geschämt. Für mich war klar, dass ich da nie wieder hingehe.

Jan: Aber dann kam irgendwann St. Pauli?

Genau, dann habe ich Ende der Achtziger St. Pauli entdeckt. Da war ich dann natürlich schon etwas älter und auch politischer unterwegs. Ich hatte den Punk für mich entdeckt und hatte so meine zornige Phase. Da hat St. Pauli einfach gepasst. Das war so ein richtiges Erweckungserlebnis, als ich damals sah: „So geht das also auch“. So wurde ich dann halt St. Pauli-Fan.

Jan: Du hast gerade gesagt, du hast auch selbst Fußball gespielt. Wie weit hast du es denn gebracht?

Ich habe in Hamburg ja auf der Veddel gewohnt und mein Verein war der TSC Viktoria Wilhelmsburg-Veddel, den es so heute gar nicht mehr gibt. Aus dem kam übrigens auch Dirk Zander…

…der für den FC St. Pauli spielte und lange Zeit den Rekord für das schnellste Tor in der Bundesliga hielt…

Genau. Das war natürlich noch so eine Verbindung zu St. Pauli. Ich habe da jedenfalls bis zur A-Jugend Leistungsklasse gespielt. Da konnte ich dann aber nicht mehr mithalten, weil ich zu schnell zu groß geworden bin, und das machte dann auch keinen Spaß mehr.

Jan: Es war also nicht so, dass du dich irgendwann zwischen Punk auf der einen und Fußball auf der anderen Seite entscheiden musstest?

Das kam natürlich auch noch dazu, als ich dann nach und nach meine Leidenschaft für Musik entdeckte. Erst mal bin ich dann aber direkt raus aus dem Fußballverein und rein in den Basketballverein. Das war aber bei weitem nicht mehr so leistungsintensiv. Vor allem am Wochenende kamen sich dann aber Musik und Sport zunehmend ins Gehege. Das war dann nicht mehr wirklich kompatibel miteinander.

Jan: Wenn du zurückblickst, wie hat sich im Laufe der Jahre dein Verhältnis zum FC St. Pauli und zum Fußball insgesamt gewandelt?

Es wird immer inniger, ehrlich gesagt, und ich weiß nicht einmal genau wieso. Ich mag den Verein und das, wofür er steht, irgendwie von Jahr zu Jahr mehr. Ich gehe da jetzt ja schon seit 1989 regelmäßig hin und das seit 15 Jahren immer mit den gleichen Leuten, mit der Kettcar-Crew halt. Das hat natürlich auch eine soziale Funktion, wenn man sich sonst nicht mehr so oft sieht und einige vielleicht auch mittlerweile woanders wohnen.

Jan: Du hast dann ja in diesem Jahr quasi silbernes Jubiläum. Wie bewertest du die Veränderungen, die der Verein im Laufe dieses Vierteljahrhunderts durchgemacht hat?

Von einem idealistischen Standpunkt her finde ich diese ganze Kommerzialisierung bedauerlich, aber ich muss natürlich auch die Gesetzmäßigkeiten und Notwendigkeiten des modernen Fußballs anerkennen. Ich nehme das aber auch irgendwie gerne in Kauf, weil der Verein ja noch immer eine Art Flaggschiff für linkes Bewusstsein im Fußball ist. Stell dir mal vor, die wären jetzt doch noch Dritter geworden und hätten dann in der Relegation gegen den HSV gespielt! So etwas ist mir viel lieber, als irgendwo in der fünften Liga herumzudümpeln, und ich schaue auch lieber einem Fin Bartels zu als irgendeinem Fünftligaspieler.

Jan: Du hast ja eingangs schon davon erzählt, wie du Rassismus im Stadion erlebt und wahrgenommen hast. Hast du auch Ähnliches in Bezug auf Homophobie erlebt?

Beim FC St. Pauli? Ganz ehrlich: nein. Ich habe in 25 Jahren dort und egal wo – also Gegengerade, Nordkurve oder heute eben Sitzplätze – nicht einmal so etwas wie „schwule Sau“ oder so gehört. Ich weiß aber von Freunden, dass das durchaus vorkommt. Da wird dann aber eigentlich immer sofort eingegriffen und den Leuten klar gemacht, dass das nicht klar geht.

Jan: Macht dich das stolz?

Ganz klar. Das ist eine Errungenschaft, für die ich den Verein abfeiere. Das ist ja aber auch gar kein Hexenwerk. Bei St. Pauli haben sich einfach nur ein paar Fans auf gewisse Mindestanforderung für den Umgang miteinander geeinigt und im Laufe der Zeit wurden das dann immer mehr. Mir will einfach nicht in den Kopf, warum das nicht bei allen Vereinen so ist.

Jan: Der FC St. Pauli war auch nicht ganz unbeteiligt daran, dass du dich entschieden hast, den Song „Der Tag wird kommen“ zu schreiben, oder?

Das stimmt. Ich kam irgendwann mal nach einem St. Pauli-Spiel mit einem befreundeten Sportjournalisten über das Thema ins Gespräch und der erzählte mir von schwulen Profis, die er kennt, und davon wie sehr sie unter der Situation leiden. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Wenig später gab es dann im Stadion so eine riesige Choreographie gegen Homophobie, an der sich alle beteiligten, und ich meinte zu meinem Bruder, der immer neben mir sitzt: „Guck mal, wie weit wir sind!“ Mein Bruder, der selbst schwul ist, hatte da eine etwas andere Meinung zu und war sehr skeptisch, was ein mögliches Coming Out eines Profis angeht. Die Diskussion, die wir hatten, spiegelt sich so ein bisschen im dritten Block des Songs wieder. Ich gab ihm dann auch recht, aber trotzdem meinte ich dann: „Der Tag wird kommen“, womit die Idee geboren war.

Jan: Du hast dann sehr viel recherchiert…

Genau, ich habe diverse Bücher gelesen, mir die Dokus von Aljoscha Pause angesehen und mich auch ausgiebig mit Corny Littmann unterhalten, der sich mit dem Thema Homosexualität im Fußball ja nun bestens auskennt. Im Endeffekt habe ich drei Monate an dem Song und dem Text gearbeitet.

Jan: Wenn man den Song hört und auch wenn man mit dir darüber spricht, drängt sich das Gefühl auf, dass dir das Thema eine Art Herzensangelegenheit ist. Wie kommt das?

Ich denke, mir wäre das Thema so oder so wichtig, aber die Tatsache, dass mein Bruder homosexuell ist und dass wir darüber diese Diskussion hatten, hat sicher etwas damit zu tun, dass es eine wirkliche Herzensangelegenheit wurde. Es ist mir natürlich nicht egal, wenn irgendwelche anderen Fans die St. Pauli-Fans als „Schwuchteln“ beschimpfen und mein Bruder sitzt neben mir. Da reagiere ich sehr emotional drauf, weil mir das nahe geht, und ich denke, das hört man dem Song auch an.

Jan: Rein musikalisch fällt auf, dass der Song sehr lang ist und dass du ähnlich wie schon früher bei zwei Songs von …But Alive nicht wirklich singst, sondern fast schon rapst. War das eine bewusste Entscheidung, weil du das Gefühl hattest, in einem normalen Popsong könntest du unmöglich alles sagen, was du zu sagen hast?

Ganz genau. Stell dir das mal mit gesungenem Text vor. Da hätte der Song ja locker mehr als zehn Minuten dauern müssen. Das wäre nicht gegangen. Der ursprüngliche Text war sogar noch länger und hatte noch zwei Blöcke mehr, die ich dann rausgeschmissen habe. Mir war vor allem wichtig, dass Bild ganz zu malen und nicht irgendetwas wegzulassen.

Jan: Deine Kritik an Homophobie ist dabei ziemlich drastisch.

Ich kann bei homophoben Menschen keine Graustufen erkennen, und ich habe auch noch nie auch nur ein einziges gutes Argument von einem homophoben Menschen gehört oder wenigstens eines, dass nicht einer bodenlosen Dummheit entspringt. Für mich sind das wirklich „die Dümmsten der Dummen“, wie es in dem Song heißt. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diese Zeile drin lasse, weil sie doch für meine Verhältnisse ziemliche stumpf ist, aber ich habe da auch keine Lust abzuwägen. Für mich sind das einfach Vollidioten.

Jan: Wenn du schon sagst, der Tag wird kommen, dann drängt es sich natürlich auf, abschließend zu fragen, wann dieser Tag sein wird. Was denkst du?

Es wird ein Dienstag im Herbst sein und es wird schönes Wetter sein… Das Jahr kann ich dir leider nicht sagen.

Mexiko – Brigada Azul Crema

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