Thomas Hitzelsperger | Super Typ, schickes Shirt!

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Marcus Wiebusch mit Jan Tölva im Gespräch

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Seit über zwanzig Jahren schon macht Marcus Wiebusch jetzt Musik und das auch durchaus mit großem Erfolg. Mit seiner Band „…But Alive“ wurde er in der zweiten Hälfte der Neunziger zum gefühlten Sprachrohr der autonomen Linken und nahm Lieder gegen so ziemlich jeden Missstand auf, den es so gab. Spätestens am Ende der Ära „…But Alive“ schlich sich aber auch Fußball immer öfter in die Texte und Inhalte der Band ein. Auf ihrer letzten LP widmete Wiebusch zum Beispiel einen Song dem „kleinen, blonden Flügelflitzer“ Kalle Del‘Heye und dessen Weg vom Bökelberg zum großen FC Bayern. Auch auf einer Kompilation des St. Pauli-Fanzines „Der Übersteiger“ war die Band vertreten und zwar mit Sven Brux als Gastsänger, der ehemals beim Fanladen St. Pauli und heute beim Verein für die Sicherheit zuständig ist. Ihr gemeinsamer Auftritt bei einem Konzert in der Fabrik in Hamburg-Altona gehört eigentlich in jede Vereinschronik. Überhaupt. St. Pauli. Auch mit seiner nächsten Band Kettcar blieb Wiebusch dem Verein treu und stand sogar bei dem Festival zum hundertjährigen Jubiläum des Vereins auf der Bühne. Ganz nebenbei schrieb er mit „Landungsbrücken raus“ eine der wohl schönsten Hymnen auf den Stadtteil, die es bis jetzt an das Licht der Öffentlichkeit geschafft haben. Jetzt, wo Kettcar mal Sendepause hat, ist er – wie auch früher schon hin und wieder – solo unterwegs und hat mit „Konfetti“ eine ebenso interessante wie vielseitige Platte vorgelegt. Er hat bereits vorab via YouTube den Song „Der Tag wird kommen“ veröffentlicht, der von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Coming Outs eines schwulen Fußballprofis handelt. Geschrieben wurde der Song schon Monate, bevor die ganze Geschichte durch Thomas Hitzlsperger und sein Coming Out eine neue Wendung bekam. Passen tut er noch immer.

Jan: Du scheinst ja eine langjährige und tiefgehende Verbindung zum Verein FC St. Pauli zu haben. Erzähl mal. Wie kam das?

Da muss ich, glaube ich, noch ein wenig weiter ausholen und erst einmal erzählen, wie ich überhaupt zum Fußball gekommen bin. Ich bin in Niedersachen aufgewachsen und damals in den Siebzigern gab es dort zumindest in meiner Wahrnehmung nur zwei Vereine – Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Braunschweig und so weiter gab es für mich gar nicht. Ich habe mich dann halt für Gladbach entschieden, weil ich schon immer für die Außenseiter war. Mit elf Jahren bin ich dann nach Hamburg gezogen und die Jungs im Verein – ich habe schon immer auch selbst Fußball gespielt – meinten dann halt, ich solle mal mitkommen zum HSV. Das habe ich dann Anfang der Achtziger mal ausprobiert und davon handelt dann auch die eine Stelle in meinem aktuellen Song, in der es um die „Affenlaute“ und das Werfen mit Bananen geht. Das ist autobiographisch. Ich habe das wirklich erlebt. Ich stand da mit meinen 12, 13 Jahren in Block E beim HSV und um mich herum machten die Menschen diese Laute. Ich habe mich damals so was von geschämt. Für mich war klar, dass ich da nie wieder hingehe.

Jan: Aber dann kam irgendwann St. Pauli?

Genau, dann habe ich Ende der Achtziger St. Pauli entdeckt. Da war ich dann natürlich schon etwas älter und auch politischer unterwegs. Ich hatte den Punk für mich entdeckt und hatte so meine zornige Phase. Da hat St. Pauli einfach gepasst. Das war so ein richtiges Erweckungserlebnis, als ich damals sah: „So geht das also auch“. So wurde ich dann halt St. Pauli-Fan.

Jan: Du hast gerade gesagt, du hast auch selbst Fußball gespielt. Wie weit hast du es denn gebracht?

Ich habe in Hamburg ja auf der Veddel gewohnt und mein Verein war der TSC Viktoria Wilhelmsburg-Veddel, den es so heute gar nicht mehr gibt. Aus dem kam übrigens auch Dirk Zander…

…der für den FC St. Pauli spielte und lange Zeit den Rekord für das schnellste Tor in der Bundesliga hielt…

Genau. Das war natürlich noch so eine Verbindung zu St. Pauli. Ich habe da jedenfalls bis zur A-Jugend Leistungsklasse gespielt. Da konnte ich dann aber nicht mehr mithalten, weil ich zu schnell zu groß geworden bin, und das machte dann auch keinen Spaß mehr.

Jan: Es war also nicht so, dass du dich irgendwann zwischen Punk auf der einen und Fußball auf der anderen Seite entscheiden musstest?

Das kam natürlich auch noch dazu, als ich dann nach und nach meine Leidenschaft für Musik entdeckte. Erst mal bin ich dann aber direkt raus aus dem Fußballverein und rein in den Basketballverein. Das war aber bei weitem nicht mehr so leistungsintensiv. Vor allem am Wochenende kamen sich dann aber Musik und Sport zunehmend ins Gehege. Das war dann nicht mehr wirklich kompatibel miteinander.

Jan: Wenn du zurückblickst, wie hat sich im Laufe der Jahre dein Verhältnis zum FC St. Pauli und zum Fußball insgesamt gewandelt?

Es wird immer inniger, ehrlich gesagt, und ich weiß nicht einmal genau wieso. Ich mag den Verein und das, wofür er steht, irgendwie von Jahr zu Jahr mehr. Ich gehe da jetzt ja schon seit 1989 regelmäßig hin und das seit 15 Jahren immer mit den gleichen Leuten, mit der Kettcar-Crew halt. Das hat natürlich auch eine soziale Funktion, wenn man sich sonst nicht mehr so oft sieht und einige vielleicht auch mittlerweile woanders wohnen.

Jan: Du hast dann ja in diesem Jahr quasi silbernes Jubiläum. Wie bewertest du die Veränderungen, die der Verein im Laufe dieses Vierteljahrhunderts durchgemacht hat?

Von einem idealistischen Standpunkt her finde ich diese ganze Kommerzialisierung bedauerlich, aber ich muss natürlich auch die Gesetzmäßigkeiten und Notwendigkeiten des modernen Fußballs anerkennen. Ich nehme das aber auch irgendwie gerne in Kauf, weil der Verein ja noch immer eine Art Flaggschiff für linkes Bewusstsein im Fußball ist. Stell dir mal vor, die wären jetzt doch noch Dritter geworden und hätten dann in der Relegation gegen den HSV gespielt! So etwas ist mir viel lieber, als irgendwo in der fünften Liga herumzudümpeln, und ich schaue auch lieber einem Fin Bartels zu als irgendeinem Fünftligaspieler.

Jan: Du hast ja eingangs schon davon erzählt, wie du Rassismus im Stadion erlebt und wahrgenommen hast. Hast du auch Ähnliches in Bezug auf Homophobie erlebt?

Beim FC St. Pauli? Ganz ehrlich: nein. Ich habe in 25 Jahren dort und egal wo – also Gegengerade, Nordkurve oder heute eben Sitzplätze – nicht einmal so etwas wie „schwule Sau“ oder so gehört. Ich weiß aber von Freunden, dass das durchaus vorkommt. Da wird dann aber eigentlich immer sofort eingegriffen und den Leuten klar gemacht, dass das nicht klar geht.

Jan: Macht dich das stolz?

Ganz klar. Das ist eine Errungenschaft, für die ich den Verein abfeiere. Das ist ja aber auch gar kein Hexenwerk. Bei St. Pauli haben sich einfach nur ein paar Fans auf gewisse Mindestanforderung für den Umgang miteinander geeinigt und im Laufe der Zeit wurden das dann immer mehr. Mir will einfach nicht in den Kopf, warum das nicht bei allen Vereinen so ist.

Jan: Der FC St. Pauli war auch nicht ganz unbeteiligt daran, dass du dich entschieden hast, den Song „Der Tag wird kommen“ zu schreiben, oder?

Das stimmt. Ich kam irgendwann mal nach einem St. Pauli-Spiel mit einem befreundeten Sportjournalisten über das Thema ins Gespräch und der erzählte mir von schwulen Profis, die er kennt, und davon wie sehr sie unter der Situation leiden. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Wenig später gab es dann im Stadion so eine riesige Choreographie gegen Homophobie, an der sich alle beteiligten, und ich meinte zu meinem Bruder, der immer neben mir sitzt: „Guck mal, wie weit wir sind!“ Mein Bruder, der selbst schwul ist, hatte da eine etwas andere Meinung zu und war sehr skeptisch, was ein mögliches Coming Out eines Profis angeht. Die Diskussion, die wir hatten, spiegelt sich so ein bisschen im dritten Block des Songs wieder. Ich gab ihm dann auch recht, aber trotzdem meinte ich dann: „Der Tag wird kommen“, womit die Idee geboren war.

Jan: Du hast dann sehr viel recherchiert…

Genau, ich habe diverse Bücher gelesen, mir die Dokus von Aljoscha Pause angesehen und mich auch ausgiebig mit Corny Littmann unterhalten, der sich mit dem Thema Homosexualität im Fußball ja nun bestens auskennt. Im Endeffekt habe ich drei Monate an dem Song und dem Text gearbeitet.

Jan: Wenn man den Song hört und auch wenn man mit dir darüber spricht, drängt sich das Gefühl auf, dass dir das Thema eine Art Herzensangelegenheit ist. Wie kommt das?

Ich denke, mir wäre das Thema so oder so wichtig, aber die Tatsache, dass mein Bruder homosexuell ist und dass wir darüber diese Diskussion hatten, hat sicher etwas damit zu tun, dass es eine wirkliche Herzensangelegenheit wurde. Es ist mir natürlich nicht egal, wenn irgendwelche anderen Fans die St. Pauli-Fans als „Schwuchteln“ beschimpfen und mein Bruder sitzt neben mir. Da reagiere ich sehr emotional drauf, weil mir das nahe geht, und ich denke, das hört man dem Song auch an.

Jan: Rein musikalisch fällt auf, dass der Song sehr lang ist und dass du ähnlich wie schon früher bei zwei Songs von …But Alive nicht wirklich singst, sondern fast schon rapst. War das eine bewusste Entscheidung, weil du das Gefühl hattest, in einem normalen Popsong könntest du unmöglich alles sagen, was du zu sagen hast?

Ganz genau. Stell dir das mal mit gesungenem Text vor. Da hätte der Song ja locker mehr als zehn Minuten dauern müssen. Das wäre nicht gegangen. Der ursprüngliche Text war sogar noch länger und hatte noch zwei Blöcke mehr, die ich dann rausgeschmissen habe. Mir war vor allem wichtig, dass Bild ganz zu malen und nicht irgendetwas wegzulassen.

Jan: Deine Kritik an Homophobie ist dabei ziemlich drastisch.

Ich kann bei homophoben Menschen keine Graustufen erkennen, und ich habe auch noch nie auch nur ein einziges gutes Argument von einem homophoben Menschen gehört oder wenigstens eines, dass nicht einer bodenlosen Dummheit entspringt. Für mich sind das wirklich „die Dümmsten der Dummen“, wie es in dem Song heißt. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diese Zeile drin lasse, weil sie doch für meine Verhältnisse ziemliche stumpf ist, aber ich habe da auch keine Lust abzuwägen. Für mich sind das einfach Vollidioten.

Jan: Wenn du schon sagst, der Tag wird kommen, dann drängt es sich natürlich auf, abschließend zu fragen, wann dieser Tag sein wird. Was denkst du?

Es wird ein Dienstag im Herbst sein und es wird schönes Wetter sein… Das Jahr kann ich dir leider nicht sagen.

Mexiko – Brigada Azul Crema

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Abstimmen für FfgH

+++ Noch bis zum 25.08.2014 für Fußballfans gegen Homophobie abstimmen und die Meldung weiterleiten! +++ Die Band Nordwand hat ihren Prozess gegen die Band Frei.Wild gewonnen und spendet jetzt das Soligeld das zur Unterstützung des Prozesses gesammelt wurde an drei „Projekte“ die bis zum 25.08.2014 die meisten Stimmen haben. Hier abstimmen: http://schoenerskins.de/soll-mit-dem-soli-ueberschuss-geschehen/

Grüße aus Istanbul

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Schöne Grüße aus Istanbul von Halil İbrahim Dinçdağ. Wir haben uns mit Halil in Istanbul getroffen um eine zweite Tour nach Deutschland zu planen, nach dem auch seine letzte Verhandlung nicht positiv verlaufen ist. Mehr erfahrt ihr hoffentlich schon bald. Halils Kampf geht weiter! Für eine Wiedereinstellung Halil İbrahim Dinçdağs als Schiedsrichter in der Türkei – Gegen Diskriminierung im Fußball. https://www.change.org/de/Petitionen/türkiye-futbol-federasyonu-tff-türkischer-fußballverband-petition-für-eine-wiedereinstellung-halil-ibrahim-dinçdağs-als-schiedsrichter-in-der-türkei-gegen-diskriminierung-im-fußball

Hansa Fans plump

 photo HansaRostock_zps1bb9946a.jpg Zu lesen ist auf dem Banner:„Gegen die modernen Ultras“

Danke an Hansafans gegen Rechts für diese klare Aussage gegen Homophobie, nach dem beim Spiel dieses Fahne zu sehen war:

Spieltagsauswertung F.C. Hansa Rostock – SVWW (4. Spieltag)

Scheiß Spiel und peinliche Feindbildpflege auf der Süd: Fahne mit dem durchgestrichenen Logo der Initiative Fußballfans gegen Homophobie und dem Spruch „Gegen die modernen Ultras“. Wann kapiert ihr, dass der Versuch besonders zu sein, nicht über Schwulenfeindlichkeit und Ausgrenzung funktioniert!? Pubertär und politisch geistig begrenzt sind andere schon lange. Alles für den F.C.H. sieht anders aus!

Gemeinsam gegen Homophobie

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Die neue Kampagne Gemeinsam gegen Homophobie unserer Schweizer Freunde. Mehr unter: http://www.gemeinsamgegenhomophobie.ch/

Malmö Happy Pride

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1. Tolerance Tournament 2014 in Mülheim

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Petition für eine Wiedereinstellung Halil İbrahim Dinçdağs als Schiedsrichter in der Türkei – Gegen Diskriminierung im Fußball

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Eine Petition der Faninitiative Fußballfans gegen Homophobie und des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD)

Deutsch – Unterschreibt hier: https://www.change.org/p/t%C3%BCrkiye-futbol-federasyonu-tff-t%C3%BCrkischer-fu%C3%9Fballverband-petition-f%C3%BCr-eine-wiedereinstellung-halil-ibrahim-din%C3%A7da%C4%9Fs-als-schiedsrichter-in-der-t%C3%BCrkei-gegen-diskriminierung-im-fu%C3%9Fball

Petition für eine Wiedereinstellung Halil İbrahim Dinçdağs als Schiedsrichter in der Türkei – Gegen Diskriminierung im Fußball.

Anfang April war der türkische Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ zu Besuch in Berlin und Leipzig, um dort seine Geschichte zu erzählen und von seinen Erfahrungen zu berichten.

Dinçdağ ist Schiedsrichter, und zwar ein guter. Davon konnten sich die Besucher der Freundschaftsspiele zwischen Tennis Borussia Berlin und Türkiyemspor sowie Roter Stern Leipzig überzeugen, bei denen Dinçdağ als Gastschiedsrichter im Einsatz war. Seine ruhige, souveräne Ausstrahlung und fachliche Kompetenz führten ihn sogar bis in die zweite türkische Liga. Seit 2008 jedoch darf er keine Spiele des türkischen Fußballverbandes „Türkiye Futbol Federasyonu“ (TFF) mehr pfeifen. Schließlich musste er den Verband verlassen.

„Psychosexuelle Störungen“

Formeller Grund war, dass er seinen Militärdienst nicht abgeleistet hatte, wie es in der Türkei für Männer ab einem bestimmten Alter Pflicht ist. Allerdings hatte Dinçdağ seinen Militärdienst im Herbst 2008 angetreten, wurde wenig später jedoch von der Militärmedizinischen Akademie aufgrund „psychosexueller Störungen“ wieder entlassen. Anders ausgedrückt: Homosexualität als Ausmusterungsgrund.

Zwangsouting in der türkischen Öffentlichkeit

Am Dienstag, dem 22. April 2014 wurde vor der 20. Kammer des Zivilgerichts in Istanbul zunächst mit einem Urteilsspruch gerechnet. Dinçdağ hatte den türkischen Fußballverband auf Wiederanstellung verklagt. Der Schiedsrichter hatte zudem infolge des öffentlichen Zwangsouting über die Medien durch den TFF auch seinen Job als Radiomoderator verloren und ist seither arbeitslos. In der öffentlichen Darstellung in der Türkei wird Dinçdağs diskriminiert und erhält Morddrohungen, da er von seiner Forderung nicht abdrückt, wieder Verbandsspiele pfeifen zu dürfen. Halil İbrahim Dinçdağ möchte wieder Schiedsrichter sein. Unter der Anwesenheit einer Delegation von Roter Stern Leipzig ’99 e.V. und dem Berliner Tennis Borussia e.V., die mit Unterstützung des Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) vor Ort war, wurde die Urteilsverkündung ein weiteres Mal vertagt.

Geradezu skandalös ist dabei die Argumentation des türkischen Fußballverbandes, Halil İbrahim Dinçdağs sei in der Zeit von 2001- 2008 gar nicht als Schiedsrichter beim TFF tätig gewesen und habe daher keinen Anspruch auf Wiederanstellung oder Schadensersatz, so der TFF. Der nächste Prozesstermin wird für den 15. Juli 2014 vor dem Zivilgericht in Istanbul erwartet.

Volle Kraft für fairen Fußball!

„Im Fußball ist man nicht gleich, wenn man schwul ist“, sagte Dinçdağ in einem Interview mit einem Fernsehteam in Berlin. Obwohl die aktuelle Lage die Einschätzung stützt, wollen wir uns mit dieser Situation nicht abfinden. Die besondere Kraft und der Zauber des Fußballs besteht darin, dass er unterschiedlichen Menschen zusammen führen kann. Wenn Menschen aufgrund ihrer Sexualität von der Erlebniswelt des Fußballs ausgeschlossen werden – egal ob als Spielerinnen, als Fans oder als Schiedsrichter – dann ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem und erfordert das Engagement aller.

Wir fordern daher:

- Schadensersatz und das Recht, wieder Spiele zu pfeifen, für Halil İbrahim Dinçdağ!

- Das sofortige Ende jeglicher Form von Diskriminierung von Menschen, die von der heterosexuellen Norm abweichen – im Fußball und in der Gesellschaft, in der Türkei und überall!

- Keinen Platz in der Kurve wie anderswo für Homophobie und Schwulenfeindlichkeit!

English – Sign here: http://www.change.org/p/t%C3%BCrkiye-futbol-federasyonu-tff-reinstate-halil-ibrahim-din%C3%A7da%C4%9Fs-as-a-referee-in-turkey

Reinstate Halil İbrahim Dinçdağs as a referee in Turkey!

At the beginning of April, the Turkish referee Halil İbrahim Dinçdağ visited Berlin and Leipzig in order to tell his story and recount his experiences. Dinçdağ is a referee and a good one. Anyone who watched him reffing the friendly matches between Tennis Borussia Berlin and Türkiyemspor, as well as with Roten Stern Leipzig could see that. His calm, relaxed manner and his expertise, meant his career as a referee lead him as high as the Turkish second division. Since 2008 though he has not been allowed to referee a single match held by the Turkish FA. In fact he is suspended. The official reason given was that he had not done national service, something that is required of referees in Turkey once they are of a certain age. In fact though Dinçdağ had begun his miltary service in the Autumn of 2008. He was however discharged from the Military Medical Academy, due to, as it says on record, „a pyschosexual disorder“. In other words because he is homosexual.

In the Court for Civil Rights in Istanbul, on Tuesday 22nd, a verdict was expected on a case brought by Dinçdağ against the Turkish Football Association. Following their suspension of him, and his homosexuality being so heavily publicised as a result, he had also lost his job as a radio presenter, and has been without work ever since. Indeed, he had faced further discrimination and repression after he was effectively „outed“ against his will. And all he wished for was that he could referee matches run by the Turkish Football Association. Halil İbrahim Dinçdağ simply wants to be a ref once more. Watched by visitors who had travelled from Leipzig (Roten Stern Leipzig ’99 e.V.) and from Berlin (Tennis Borussia Berlin e.V.), the verdict was postponed. The worst part was that the Turkish FA claimed during the process, that Halil hadn‘t refereed for them between the years 2001- 2008, and so therefore was not eligble for compensation! The next verdict date is at the court of civil rights on the 15.07.2014 in Istanbul.

„In football, you are not treated as an equal, if you are gay“ – thats what Dinçdağ told TV reporters recently in an interview conducted in Berlin. Even though most people would sadly tend to suspect he is right, we are not prepared to accept this situation. The true magic of the game, is that football draws different people together. If people, whether as a player, fan or referee are going to be excluded from the game due to their sexuality, then this is a problem, and it is a problem we need to tackle.

We therefore call for:

- Compensation, and the right to once again referee matches, for our friend Halil İbrahim Dinçdağ!

- The immediate end to discrimination towards people who do not fit in with the heterosexual „norm“– in football and in society in general, in Turkey and everywhere else!

- Not a yard of space on the pitch or a place on the terrace for homophia!

Türk – Buraya imza: http://www.change.org/p/t%C3%BCrkiye-futbol-federasyonu-tff-halil-ibrahim-din%C3%A7da%C4%9F-%C4%B1n-t%C3%BCrkiye-de-hakemlik-haklar%C4%B1n%C4%B1-tekrar-elde-etmesi-i%C3%A7in-destek

Halil İbrahim Dinçdağ’ın Türkiye’de hakemlik haklarını tekrar elde etmesi için destek!

Nisan ayının başında Türk hakem Halil İbrahim Dinçdağ, hikâyesini anlatmak ve deneyimlerini paylaşmak amacıyla Berlin ve Leipzig’i ziyaret etti.

Dinçdağ, bir hakem ve aslında çok da iyi bir hakem. Almanya ziyareti sırasında yönettiği Tennis Borussia Berlin ve Türkiyemspor arasındaki dostluk maçını ve Roter Stern Leipzig maçını izleyenlerin de gördüğü gibi gerçekten iyi bir hakem. Sakin fakat kendinden emin hali ve sahaya hakimiyeti onu Türkiye’de 2.Lig’e kadar taşımıştı. Ama 2008 yılından beri, Türkiye Futbol Federasyonu’nun maçlarının hiçbirinde hakem düdüğünü çalamıyor ve bu tarihten beri hakemliği askıya alınmış durumda. Bunun resmi nedeni olarak ise, onun askerlik görevini yerine getirmemiş olması gösteriliyor: Türkiye’de hakemlerin belli bir yaşa kadar askerlik görevlerini tamamlamaları gerekiyor. Dinçdağ, 2008 sonbaharında askerlik görevi için başvurdu; ama kısa bir süre sonra Askeri Tıp Akademisi tarafından “psikoseksüel rahatsızlık” nedeniyle çürüğe alındı. Başka türlü söylemek gerekirse, onun eşcinsel olması ve bundan kısa bir süre önce de eşcinselliğini açıklamış olması, Türkiye Futbol Federasyonu tarafından psikoseksüel hastalık olarak kabul edilmiştir.

22 Nisan Salı günü İstanbul 20.Asliye Hukuk Mahkemesi’nde görülen Dinçdağ’ın Türkiye Futbol Federasyonu’na karşı açtığı dava hakkında mahkemenin bir karara varması bekleniyordu, çünkü eşcinselliğinden dolayı yaratılan bu karmaşık süreç nedeniyle bir radyoda programcı olarak çalıştığı işini de kaybetti ve o zamandan beri işsiz. Mecburi ifşa etme sürecinde ayrımcılığa ve yoğun baskılara maruz kaldı ve hala kalıyor. Bir yandan da, federasyon maçlarında gene düdük çalmak için basit bir yargı kararı talep ediyor. Halil İbrahim Dinçdağ tekrar hakem olmak istiyor.

Leipzig’ten Roter Stern Leipzig e.V. ‘dan ve Berlin’den Tennis Borussia Berlin e.V. ‘dan birer delegenin de bulunduğu davada karar bir kez daha ileri bir tarihe ertelendi; burada skandal olan ise, Türkiye Futbol Federasyonu’nun duruşmada Halil’in 2001’den 2008’e kadar olan zaman sürecinde hakem olarak Türkiye Futbol Federasyonu’nun maçlarında görev almadığını ve bu nedenle tazminata dair bir hakkının olmadığını iddia etmesiydi. Davanın gelecek duruşması, 15.07.2014 tarihinde İstanbul Asliye Hukuk Mahkemesi’nde görülecek.

Berlin’de bir televizyon kanalıyla yaptığı röportajda Halil şöyle demişti: “Eğer futbolda eşcinsel bir bireyseniz, diğerleriyle eşit değilsiniz.” Bu tespitinde haklı da olsa, biz bu koşulları kabul edemeyiz ve etmek de istemiyoruz. Futbolun gücü ve büyüsü, birbirinden farklı insanları bir araya getirebilmesinden kaynaklanmaktadır. Eğer bir kişi –ister futbolcu, taraftar ya da hakem olsun- cinsel tercihlerinden dolayı futboldan uzaklaştırılıyorsa, burada gözle görülür bir problem vardır.

Buradan taleplerimizi seslendiyoruz:

- Halil İbrahim Dinçdağ’a tazminat ödenmeli ve hakemlik hakları geri verilmelidir!

- Türkiye’de ve tüm dünyada heteroseksüel olmayan bireyler –ister futbolda, ister toplumun genelinde- ayrımcılığa uğramamalıdır!

- Bütün sahalarda homofobiye ve eşcinsel düşmanlığına son!



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