Bunte Kurve ein Überblick

Nach dem coming-out von The Hammer – Thomas Hitzlsperger haben wir als Fußballfans gegen Homophobie zusammen mit QFF zu bunten Fankurven zum ersten Heimspiel der Rückrunde als positive Reaktion auf das coming-out aufgerufen. Viele Fanszenen sind diesem Aufruf gefolgt, wir wollen hier einen kleinen Überblick geben. Hier findet ihr auch noch einmal den Aufruf.

Werder Bremen Teil 1
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Werder Bremen Teil 2
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München beim FC Bayern in der Fankurve Teil 1
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München Teil 2
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In Mainz in der Fankurve
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Beim FC Köln Teil 1, hier von der Ultragruppe Coloniacs
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Köln Teil 2, durchgeführt von Andersrum rut wiess
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Und auch im Rollstuhlbasketball in Osnabrück
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Beim FC St. Pauli away, in Bielefeld – klein aber fein, weil leider Doppelhalter usw. verboten waren
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Bunte Kurve auch in Düsseldorf
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Bunte Kurven beim Spiel SC Victoria Hamburg vs VfB Oldenburg v. 1897 e.V. Teil 1. (Oldenburg)
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Bunte Kurven beim Spiel SC Victoria Hamburg vs VfB Oldenburg v. 1897 e.V. Teil 2. (Victoria Hamburg – NordKaos)
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In Berlin bei Tennis Borussia Berlin
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Bei Altona 93
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Wiener Sportklub
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Roter Stern Leipzig Teil 1 photo 1901533_10152416093578054_1899466083_n_zps7012d949.jpg

Aus dem Stadion in den Kiez – Roter Stern Leipzig Teil 2
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FC Schalke 04 gegen Rassismus und Homophobie

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Homophobie ist nicht lustig

Menschenrecht: Schwuler Fussballer.

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Andreas Mösli, Geschäftsführer beim FC Winterthur schreibt im Kulturmagazins Coucou:

1. Februar 2014 um 15:50

Seit dem Bekenntnis des früheren deutschen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger (31) ist die Welt um ein Rätsel ärmer und eine Wahnsinnserkenntnis reicher: Es gibt schwule Spitzenfussballer!

Eigentlich ist es peinlich für eine Gesellschaft, die sich modern und fortschrittlich gibt, dass ein solches Thema überhaupt noch ein Thema ist. Aber weil es halt leider eines ist, ist die Aussage eines erfolgreichen und prominenten Vorbilds umso wichtiger.

„Es ist beschämend, dass Mut dazu gehört, unsmitzuteilen, was uns eigentlich nichts angeht“, kommentierte eine TV-Journalistin – und sie hat absolut recht. Die sexuelle Präferenz ist Privatsache. Homosexualität hat keinen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit oder den Charakter eines Menschen. Warum ist es bei diesem Thema für viele so schwierig, tolerant zu sein?

Die Feindlichkeit und Intoleranz gegenüber Homosexuellen ist nach wie vor (zu) weit verbreitet. Die Diskriminierung reicht von unüberlegten Sprüchen unter Kindern, die sie aus der Erwachsenenwelt aufgeschnappt haben, über dumme Stammtischsprüche oder Schmähgesänge im Fussballstadion bis zu gesetzlichen Benachteiligungen und offener Gewalt. 

Nicht nur homosexuelle Sportler halten sich zurück, auch Lehrer beispielsweise hüten sich vor dem Comingout. Zutief sitzen die Vorurteile in der Gesellschaft: Homosexuell = schwach, homosexuell = pädophil. Für gewisse religiöse und konservative Kreise ist Homosexualität immer noch eine üble Krankheit, die bekämpft werden muss.

Hitzlsperger ist ein intelligenter Mensch. Er suchte mit seinem Comingout nicht nur die persönliche Erleichterung, der Zeitpunkt für seine Aussage war kein Zufall: «Die Olympischen Spiele von Sotschi stehen bevor, und ich denke, es braucht kritische Stimmen gegen die Kampagnen mehrerer Regierungen gegen Homosexuelle», sagte der 31-jährige im Interview und meinte damit den diskriminierenden Umgang mit Homosexuellen in Russland, wo im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden (und 2018 die Fussball-WM).

Vielleicht zielte Hitzlsperger als Fussballer auch noch auf Katar, wo die WM 2022 stattfindet. Im kleinen reichen Erdöl-Emirat ist Homosexualität verboten und wird mit Gefängnis und Peitschenhieben bestraft. Unabhängig davon plant Katar mit den andern Golfstaaten einen medizinisch abstrusen Homosexuellentest für Ausländer, die sich um eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Die FIFA verurteilt die verbreitete Homophobie genauso wenig wie die übrigen Menschenrechtsverletzungen. Sepp Blatters Aussage, homosexuelle WM-Touristen sollen doch in Katar auf jegliche sexuelle Handlungen verzichten, zeigt vor allem eines: Es braucht noch viele Hitzlspergers.

Andreas Mösli

Der Text ist in der Februar-Nummer des Kulturmagazins Coucou erschienen.Unterstützt Coucou, löst ein Abo! -> www.coucoumagazin.ch

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Hans Sarpei im Gespräch mit Jan Tölva

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Im letzten Jahr führte Jan Tölva ein Interview für Fußballfans gegen Homophobie mit Hans Sarpei, das gesamte Interview könnt ihr hier lesen:

Jan: Hallo Hans Sarpei, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir haben uns sehr gefreut, als wir vor ein paar Wochen deinen Kommentar auf deinem Blog bei Eurosport zu Oliver Kahns Rat an schwule Fußballer, sich nicht zu outen, gelesen haben. Was hat dich bewogen zu Kahns Worten Stellung zu beziehen?

Hans: Hallo Herr Tölva. Ich bin einfach nur anderer Meinung, natürlich sollte jeder zu dem stehen was ihn als Mensch ausmacht und wer damit ein Problem hat sollte sich was schämen. Selbstverständlich wird die Realität so sein, dass die Menschen wenig Toleranz zeigen werden.

Jan: Noch vor wenigen Jahren war auch Rassismus noch sehr weit verbreitet in den Fankurven und im Fußball generell. Hier scheint so etwas wie ein Umdenken stattgefunden zu haben. Beim Thema Homophobie scheint der Fußball dagegen noch hinterherzuhinken. Hast du eine Erklärung dafür?

Hans: Beim Thema Rassismus gibt es im Gegensatz zu früher, eine positive Entwicklung aber es muss noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, um in allen Köpfen ein Umdenken statt finden zu lassen. Beim Thema Homophobie denke ich, hat es viel damit zu tun, das erstens noch keiner den Anfang gemacht hat sich in der Bundesliga zu Outen und zweitens hat es vielleicht auch damit zutun, dass die Gesellschaft wenig Toleranz zeigt.

Jan: Du schreibst, du hast beim Thema Rassismus diesen positiven Wandel persönlich mitbekommen. Hast du als Spieler auch zaghafte Ansätze für einen positiven Wandel beim Thema Homophobie miterleben können?

Hans: Ich habe lediglich gesagt das es eine positive Entwicklung gibt und mehr Toleranz zu erkennen ist aber das wie gesagt noch viel Arbeit vor uns liegt. Bei Homophobie muss ich ehrlich sagen – leider nein. Aber das liegt vielleicht daran, dass es in der Bundesliga keine homosexuellen Spieler gibt…

Jan: Du, aber auch andere Fußballer wie etwa Ralph Gunesch, Benedikt Pliquett oder Kevin-Prince Boateng haben sich in letzter Zeit aktiv gegen verschiedene Formen von Diskriminierung positioniert. Das passt so gar nicht zum weit verbreiteten Klischee vom Profikicker, der sich nur für schnelle Autos und seine Playstation interessiert. Unterschätzen wir die Fußballprofis vielleicht ein wenig?

Hans: Was heisst unterschätzen, ich finde es wichtig sich für mehr Toleranz und Wertschätzung der Mitmenschen stark zu machen. Ich bin mir sicher das viele Fußballprofis genau so denken.

Jan: Du hast auch geschrieben, dass du schwer nachvollziehen kannst, wieso im Jahr 2013 es immer noch ein Problem sein sollte, wenn ein schwuler Profi sich outet. Das sehen wir natürlich ähnlich, aber hast du als ehemaliger Profi vielleicht ein paar Tipps, wie wir als Fans etwas daran ändern können und dafür sorgen können, dass es in naher Zukunft wirklich kein Problem mehr ist?

Hans: Wir sollten alle gemeinsam mehr Aufklärung betreiben und uns für alle diskriminierten Menschen stark machen und das nicht nur im Stadion sondern auch auf und in allen zur Verfügung stehenden Medien.

Jan: Vielen Dank für das Interview und dafür, dass du dich immer wieder einmischst und sagst, was du denkst!

Werder Bremen Magazin

Fußballfans gegen Homophobie im Magazin von Werder Bremen:

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Statisten gesucht!

Für einen Social-Spot, der sich auf humorvolle und auch etwas freche Art gegen Homophobie im Stadion richtet, werden dringend Statisten gesucht die am Samstag, den 01.02.2014 von 09:30 Uhr bis 15:00 Uhr Zeit haben. Gedreht wird im Olympiastadion Berlin. Bei Interesse schreibt eine kurze Mail an maxbecht@hotmail.de

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Was nicht tolerant ist, wird tolerant gemacht

Leitfaden für Vereine

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Leitfaden für Fußballvereine im Umgang mit Homophobie
Berliner Fußball-Verband und Lesben- und Schwulenverband setzen Kooperationsvereinbarung weiter um

Ab sofort kann beim Berliner Fußball-Verband (BFV) und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) der Leitfaden „Rote Karte für Homophobie“ kostenfrei bezogen werden. Mit der für Berliner Fußballvereine entwickelten Broschüre sollen Vereinsvertreterinnen und Vertreter für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden. Der Leitfaden ist Teil des LSVD-Projektes Soccer Sound, welches im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert wird.

Im Grußwort des Leitfadens für Vereine erklärt BFV-Präsident Bernd Schultz: „Homophobie ist im Fußball keine Randerscheinung, die man übergehen kann, sondern von der Bundesliga bis in die Kreisklasse eine ernstzunehmende Tatsache. Mit Aufklärungsarbeit und einer Null-Toleranz-Politik können alle im Fußball dabei helfen, ein Miteinander zu schaffen, das keinen aufgrund seiner sexuellen Identität ausschließt.“ Und Gerd Liesegang, Vizepräsident des BFV und Vorsitzender des Ausschusses für Fair Play, fordert die Vereinsvertreterinnen und Vertreter auf: „Zeigt Homophobie die Rote Karte und macht deutlich, dass in den Vereinen kein Platz für Beleidigungen von Lesben und Schwulen ist.“

Grundlage der Zusammenarbeit zwischen BFV und LSVD ist eine im Januar 2011 geschlossene Kooperationsvereinbarung, die seitdem aktiv gelebt wird. Zeitgleich zum Abschluss der Kooperationsvereinbarung hat der Berliner Fußball-Verband unter anderem das so genannte „Anonyme Postfach“ ins Leben gerufen, um verstärkt auch Beratung zum Thema sexuelle Identität und Coming-out zu leisten. Der Leitfaden zum Download unter: http://berlin.lsvd.de/wp-content/uploads/2014/01/Leitfaden_fuer_Vereine.pdf

The Hammer

Thomas Hitzlsperger, langjähriger Fußballprofi im In- und Ausland sowie ehemaliger deutscher Nationalspieler, spricht öffentlich über seine Homosexualität.



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